Teil 3

Heute geht es um ein Scheibchen für das ich eine ziemlich abgedroschene Phrase benutzen möchte:" Sie hat mein Leben verändert". Wie gesagt, Heavy Metal war ganz nett, aber die nervigen Soli waren nicht so mein Ding. Punk war auch nett, aber auf Dauer auch etwas eintönig. Von der Haartracht ganz zu schweigen. Lange Haare ok, aber nach einer Saufnacht waren sie hoffnungslos verknotet und hingen fettig von der Rübe. Ein Iro sieht geil aus, aber bedarf ebenfalls ständig einer Menge Pflege. Seiten nachrasieren, färben und in die Höhe stylen. Dann der Tag der Wende. Es war ein regnerischer Herbsttag mitte der 80er Jahre. Wir hingen mal wieder, wie so oft, beim Börni ab und führten uns ein unsagbar geiles Skatevideo zu Gemüte. Wer diese Dinger nicht kennt, dem sei gesagt, er hat was verpasst. Die Teile kamen damals ausschließlich aus Amiland und zeigten Wahnsinnige, die mit ihren Brettern einfach überall entlangheizten und die geilsten Tricks zeigten. Unterlegt wurde das ganze von richtig genialer Mucke. An jenem besagten Tag hörte ich dort einen ultrabrutalen, kurzen Knaller, der Song ließ mich nicht mehr los. Immer wieder mußte ich zurückspulen um diesen Song zu hören. Irgendwann kam Börnis großer Bruder rein und meinte daß das Minor Threat wären und der Song straight edge heißen würde. Mann, ich muß den Kerl angeglotzt haben wie ein UFO und als er dann noch erzählte, daß er von denen eine 7" hatte, war es ganz vorbei. Seit diesem Tag trug Börnis Bruder den Namen Gott, und das absolut zurecht. Nicht nur daß er mir die besagte 7" postwendend aufnahm, NEIN, er erklärte sich auch bereit mit uns mal nach Köln zu fahren, um nach Platten Ausschau zu halten. Wahnsinn , damals war Köln für uns soweit weg wie Italien. Gesagt, getan, zwei Tage später ging es in Gott´s Taunus ab nach Köln. Ich glaube dort habe ich zum ersten Mal so etwas wie einen korrekten Plattenladen von Innen gesehen. Wir waren schwer beeindruckt, vor allem daß Gott die Leute vom Plattenladen kannte. Was mich heute noch nachhaltig beeindruckt, war die Geduld dieser Leute. Da kamen zwei Fifi´s an, hatten von nix nen Plan und staunten nur Bauklötze. Keine Spur von Arroganz, geduldig wurden Platten auf den Teller gelegt und wir durften dann auswählen, sehr zum Leidwesen meiner Ersparnisse. Mit nem ganzen Haufen neuer Platten ging´s dann irgendwann abends ab nach Hause. Natürlich war auch die oben dargestellte Minor Threat dabei. Ich schreib jetzt nichts großartiges mehr über die Platte, außer daß das die mit Abstand am meisten gelaufene Scheibe auf meinem Plattenteller war und bis heute noch ist, denn die meisten werden sie eh kennen und allen anderen muß ich ne Bildungslücke bescheinigen. Wer meint das KORN Hardcore sind, sollte sich diese Scheibe zu Gemüte führen, um sich eines Besseren belehren zu lassen. Und um jetzt mal wieder auf die Haarpracht zurückzukommen, kurze Haare waren ab jetzt voll angesagt. Scheißegal ob Glatze, oder ein bißchen länger, Haare waren unwichtig geworden. Ein notwendiges Übel das einfach so geschnitten wurde, daß es so wenig Arbeit wie möglich machte. Ich war endlich zu Hause.

In diesem Sinne, ich fühl mich gut, ich steh auf Berlin.

Teil 2

Heute geht´s um Motörhead. Auch einer meiner Lieblinge. "Another perfect day" gehört für mich zu der am meisten unterschätzten Platte von Motörhead. Ok, "Ace of Spades" ist ein Überhit, aber der Rest der Platte ist doch eher durchwachsen. Genauso verhält es sich mit der "Overkill" Scheibe. Auf Another perfect day gibt´s nur Hits, schon allein der Opener "Back at the funny farm" ist ein Killer. Auch der Titeltrack und Startsong der zweiten Seite ist ein absoluter Nackenbrecher. "Dancing on your grave", Shine", ach was red ich, JEDER Song ein Hammer. DER HIT der Scheibe ist allerdings "One Track Mind", ein langsamer, fast bedrohlicher Track, einfach der Oberhammer. Warum die Platte allerdings so wenig Beachtung fand, liegt auf der Hand. Die Produktion ist unterste Schublade, ein einziges Geschepper. Die ganze Aufmachung ist B-mäßig, kein Textblatt, keine Bilder und ein Deppencover. Die Gitarre wurde hier von einem Mann namens Brian Robertson eingespielt. Man hatte sich von Fast Eddie Clarke getrennt. Es ging mal wieder um Wendy O´Williams. Tja, und der gute Brian mußte dann sozusagen im Hau-Ruck-Verfahren die Parts einspielen. Es handelt sich quasi um eine überstürzte Veröffentlichung, aber scheiße, die Platte ist Rock´nRoll pur. Nun gut, was verbinde ich mit der Scheibe? Oh ja, eine ganze Menge. Erschienen ist die Platte im Juni 83, ich hab sie Jahre später auf nem Flohmarkt für kleines Geld  erhascht. Die Songs allerdings sind schon früher in mein Ohr gedrungen. Ich war so ca.14 und begann meine wahre Bestimmung rauszufinden. Da kam mir mein 5 Jahre älterer Cousin gerade recht. Von ihm hab ich mir immer Cassetten aufnehmen lassen. Slayer, Metallica, Possessed und eben auch Motörhead gehörten von nun an in mein Stereocassettenradio, wie die Praline unter mein Bett. Ich wohnte damals in einer rheinischen Kleinstadt, zwischen Bonn und Köln, ich war der Held. Durch meinen Cousin bekam ich ständig neues Futter und konnte sämtliche Punks, Skins, Skater (und ich meine Skater und nich so Modepussis wie heute)und Heavys schon schwer beeindrucken. Denn es gab nicht viel, nur der Marktplatz, den Allner See, und den Billigladen NORMA. Und dort gab es ein Bier, daß ich wohl nie mehr vergessen werde. KAISER  KRONE. Dieses Bier hatte nur 3 Vorteile, es war billig (4,98DM(ein altes Zahlungsmittel, die älteren müßten sich noch dran erinnern) für ein 8erPack 0,5l Pullen), es hatte mehr Alkoholgehalt (5,4%) und die Kronkorken ließen sich so einfach mit dem Feuerzeug öffnen, daß diese in hohem Bogen gen Himmel flogen. Ansonsten gab´s nur Nachteile. Die Miege schmeckte immer beschissen, egal ob es das erste, das zweite, oder das 20ste war, scheißegal, einfach nur ekelhaft. Der Schädel am nächsten Tag war enorm. Und nach einer langen Schönwetterperiode hatte man die Hosentasche voller 2 Pfennigstücke, remember 4,98DM. Unserer Petition, nach einer Einführung des 4,98 Stücks, wurde sehr wahrscheinlich keine Aufmerksamkeit geschenkt. Naja, sei´s drum, wenn ich diese Scheibe auflege, läuft die Teeniezeit vor meinen Augen ab. Marktplatzkotzorgien, Nacktschwimmen im Allner See, zarte Annäherungsversuche zum anderen Geschlecht, der daraus meistens resultierenden Ohrfeigen, das daraus resultierende Gelächter der Anderen, die ersten Platzverweise und nur die Sorge wer denn jetzt zum NORMA tappert um Nachschub zu organisieren. Hach, schöne Zeit, wenn man heute so drüber nachdenkt, aber egal, keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran.

Tschüsskes.

  

 

Hello Schwachis

Hier kramt onkelchen mal tief in seiner Plattenkiste und stellt Euch seine Viagras vor.

Im ersten Teil geht es um, na klar, onkelchens Lieblinge , die Ramones.  Diese Band ist ein absolutes Phänomen. 3 Akkorde für die Ewigkeit und dabei keine Spur von Langeweile. Der Sänger kann nicht singen, der Schlagzeuger keinen Takt halten und die Songs sind technisch so anspruchsvoll, daß jeder Gitarrenschüler sie nach der ersten Stunde im Schlaf beherrscht. Aber gerade hier liegt der Erfolg. Einprägsame Songs, Texte zum Mitgröhlen und die Schlichtheit auf der Bühne machten Sie zu der Band schlechthin. 

Nun gut, kommen wir zum Album. Dieses Output gehört meiner Meinung nach zu den Schwächeren der Band. Gegenüber der "Rocket to Russia", der "End of the Century", oder dem Hammerdebut, fällt diese Scheibe klar ab. Und doch gibt es da einen Song, der diese Platte für mich zu DER Platte schlechthin macht. Der Thomas wird schon wissen, welchen Song ich meine, es ist nämlich das unübertroffene "Howling at the moon" (Sha La La ). Dieser eher untypische Ramonessong, ist das Highlight der Platte. Die Platte kam 1984 auf den Markt. Da war ich 13 und noch ein braver Ministrant, der BAP total klasse fand. Auf meinen Plattenteller kam das Ding ca. 1986 zum ersten Mal. Dieser Song war auch der Hit auf sämtlichen Orgien, die ich zu der Zeit beehrt habe. Mit diesem Song sind viele von onkelchens Teenieerinnerungen verbunden. Als da wären, der erste zarte Versuch mit dem weiblichen Geschlecht in Berührung zu kommen, soll heißen, zum ersten Mal in die Nähe einer weiblichen Teenagerbrust zu gelangen. Tja, was soll ich Euch sagen, beim Versuch ist es meist auch geblieben. Bis auf ein paar feuchte Küsse, Arschfummeln und ein wenig an der Brust rumspielen (über dem Pulli versteht sich), ist nix verwertbares bei rumgekommen. Tja, der onkel war schon immer solide, erst die Schule fertig, dann Ausbildung, dann der Führerschein und danach erst die Entjungferung, die allerdings nich der Rede wert war. Da hab ich echt noch gedacht, wixen ist doch dat Wahre. Was sich aber nach 2-3 weiteren Versuchen glücklicherweise als falsch herausgestellt hat. 

In diesem Sinne, laßt die Nadel brennen.                         

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