22/02/03 Boxhamsters und Support / DU-Fabrik

 

 

 

Ihr kennt das. Da gibt´s ne Band, die begleitet euch schon seit Ewigkeiten, ihr habt alle Platten, jeder Text sitzt fest in eurem ansonsten doch relativ schwach ausgebildeten Langzeitgedächtnis, kurzum, die Band zählt ihr ohne Kompromisse zu euren Lieblingen. Nun ist es aber so, dass die letzte Platte schon ein Weilchen zurückliegt und angesichts der Massen an guten Neuveröffentlichungen habt ihr eure Helden doch ein wenig vernachlässigt. Dann der Tag an dem Ihr hört, dass die Schätzchen in eurem Dunstkreis zum Tanz aufspielen und dann ist alles wieder da, die Erinnerung an die gute, alte Zeit. So erging es mir, als ich gehört habe, dass die Boxhamsters nach Duisburg kommen würden. Evil Conduct, die Bones, The Heartaches und Oma Hans wurden aus dem Autoradio verbannt und mussten den Boxhamsters weichen. Dementsprechend gut gelaunt machte ich mich an diesem Samstag auf nach Duisburg. Um 21:00 Uhr sollte es losgehen, aber angesichts der geringen Größe der Fabrik war ich schon um halb acht vor Ort. Was für ein fataler Fehler, die Boxies waren noch nicht da und Einlaß sei tatsächlich erst um 21:00. Und so stand man biertrinkend und dummes Zeug labernd in der Kälte und konnte das Publikum begutachten, welches sehr bunt gemischt war. Iro´s,  die HamburgerSchuleEmoFraktion, Normalos und auffallend viele Leute mit ohne Haare. In einem Gespräch zwischen ein paar jungen Loiten konnte man noch erfahren ob Doc´s, Get a Grip , oder Urban die besten Boots hat und wo es die günstigsten und besten Tarnhosen gibt, sehr interessant. Wie gesagt, um kurz nach neun wurden tatsächlich die Pforten geöffnet und man bezahlte brav sechs €uro und konnte die Boxies beim Soundcheck bewundern. Dann war wieder Warten angesagt und das nicht zu knapp. Gegen viertel nach Zehn enterten Hong Kong Pfui aus Wuppertal die Bühne. Diesen Namen sollte man sich merken wenn man auf melodischen Deutschpunk mit eingängigen Melodien und enormen Abgehfaktor steht. Ziemlich eigenständig, aber wer unbedingt nen Vergleich braucht, dem sei gesagt, dass man bei manchen Songs ein wenig Dackelblut raushört. Tja, leider waren die Jungs und das Mädel alles andere als vom Glück geküsst. Man spielte gerade den 2ten Song, es begann gerade Stimmung aufzukommen, als ihnen der Saft abgedreht wurde. An der Decke, die mit Holzpaletten verkleidet ist,  war irgendwo ein Kabelbrand, das bedeutete natürlich Brandgefahr. Also, wieder warten, nach ner Viertelstunde gings weiter und nach vier weiteren Liedern, flog wahrscheinlich schon wieder ne Sicherung raus und man stand im Dunkeln, passenderweise hieß der Song „Mitten in der Nacht“. Hm, wieder warten und unsere Freunde, die sich nach dem kleinen SuperDuperOberheld benannt haben gaben noch zwei Hits zum Besten, aber die Stimmung war natürlich hin. Für die Band war´s natürlich Scheiße, vor so einem Publikum aufzutreten und dann so was, aber ich wiederhole mich, diesen Namen sollte man sich merken,  wirklich geil, die Mehrheit des Publikums sah´s ähnlich, und wenn von denen ma was zum Besprechen ins Moloko Headquarter geschickt werden sollte, bestehe ich darauf den Verriß zu übernehmen. Mit dem Umbau danach ging´s relativ schnell und die Boxhamsters krochen aus dem Backstageloch. Es war wie immer absolut geil. Na gut, viel falsch machen können sie nicht wirklich, jedes Lied was jemals veröffentlicht wurde ist ein Hit, und so wurde dem Publikum ein Kracher nach dem anderen um die Ohren gehauen. Einen Song hervorzuheben wäre genauso unverschämt, wie den S04 als Supermannschaft zu bezeichnen. Ok, man hätte noch „Große Augen“ und „Unfallflucht“ spielen können, aber na ja, und immerhin gab´s „Es regnet“ zum Soundcheck. Wie gesagt, wirklich hervorheben kann man keinen Song, aber jeder hat ja so seine Favoriten, mit denen er so manch schöne, oder schlechte Erfahrung verbindet, und da kann ich nur jedem „Herzblut“ von der Bullerbü-Scheibe ans liebeskranke Herzchen legen. Den Song in der richtigen Depristimmung gehört, das letzte Bier, danach die Magnum in den Hals und Wumm, an diesem Abend kam aber wohl bei niemandem so was wie Todessehnsucht auf. Im Gegenteil, ein durch und durch gelungener Abend. Grüßen möchte ich noch einen gewissen Markus aus Duisburg. Weiterhin noch das Glatzenpärchen Ralle und Svenja, wirklich putzig die Beiden, er so an die zwei Meter und genauso breit, und sie ca. 1,50 und zierlich, beide sehr sympathische Zeitgenossen und darüber hinaus noch Fans von mir.

15/02/03 Jimmy Keith & his Shocky Horrors / Sober Sisters - DU-Fabrik

 

 

 Scheiße, es ist Samstag und Deutschland sucht den Superspritzer macht ein alles andere als wohlverdientes Päuschen. Gott sei Dank gibbet Duisburg und die jute Fabrik. Trotz arktischer Temperaturen machte ich mich also gegen 20:00 Uhr auf den Weg um meine Vasallen einzusammeln. Da die Fahrt nach Duisburg ne gute halbe Stunde dauert, wurde sich mit „eye for an eye“ von Evil Conduct so richtig in Stimmung gebracht, wenn schon OI!, dann bitteschön genau so, OI!-the Hinfahrt sozusagen. Am Ziel angekommen wie immer Probleme mit der Parkplatzsuche, nächste Woche wenn die Boxies dort aufspielen, erwarte ich, dass ich ganz souverän bis vor die Tür fahren kann, dann ner Scherge lässig die Schlüssel in die Hand werfe und mit arrogantem Unterton anmerke, dass ich auf Kratzer keinen Wert lege. Das wär doch mal ein feiner und politisch völlig korrekter Zug für den Punkrocker von Welt. Naja egal, einen Parkplatz hab ich dann ja doch noch selber gefunden und als ich die Tür der Fabrik öffnete und in Michas Augen blickte war die Welt schon wieder in Ordnung. Den Eintritt von 5€uro kann man heutzutage getrost als korrekt bezeichnen, wohingegen man bei 2€uro für ne Pulle Diebels durchaus geteilter Meinung sein kann, aber 1stens kann man dort ja auch schön lecker Felskrone  für 1€uro erstehen und ZwoTens bin ich persönlich froh, dass es solche Läden gibt und dementsprechend gibt´s da auch nix zu meckern. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein und auch für die Spezies gelten, die sich in einer Tour darüber den Kopf zerbrachen, was die Fabrik denn für ein Abzockerschuppen ist, geht doch einfach kacken, steckt Euch danach den Finger in den POPO und pfeift laut LaPaloma. So, wo war ich stehengeblieben, ah ja, ich denke es war so 22:00 Uhr, als die Sober Sisters die Bühne enterten, unterstützt wie immer von den Dirty Four, aka Great Unwashed, ich sage bewusst unterstützt, denn die Vier Ungewaschenen hielten sich auch ziemlich zurück und überließen es den drei Damen die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zu ziehen, und das taten sie nicht zu knapp. Wer die Sober Sisters nicht kennt, hier werden Songs der Rock- und PoPgeschichte aus sämtlichen Jahrzehnten gecovert. Eigentlich nix besonderes, wenn da nicht die Stimmen der drei Grazien wären, jede für sich ne absolute Wucht. An diesem Abend waren sie auch voll in Form und zogen so den Großteil des Publikums in ihren Bann. Die vier Musiker waren auch wie immer super drauf  und zockten trotz Kamillentee und diversen Bierchen die Songs perfekt runter. Meine Favoriten waren, „Tainted Love“, Hang on Sloopy“, „Kids in America“ und natürlich „Blitzkrieg Bop“. Nach anderthalb Stunden war Schluß und nach einer Umbaupause war dann Zeit für Jimmy Keith & his Shocky Horrors. Die Band mit Tom Tonk am Gesang und Zepp Oberpichler an der Gitarre. 60`s Garge-Rock wurde dem Publikum geboten. Der hohe Level, den die Sober Sisters vorgelegt hatten, konnte zwar nicht ganz aufrecht gehalten werden, aber ich fand den Set ziemlich kurzweilig. Wer Eddy and the Hot Rods covert hat bei mir sowieso schon gewonnen. Gegen 1:00 Uhr war der Spaß dann vorbei und wir machten uns zufrieden auf den Heimweg.

Fazit: Es hat sich gelohnt, anstatt in die Landeshauptstadt, nach Duisburg zu gurken, ich schwör ey.

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